Vita
Der Name „Käfer“ steht für Bewirtungskunst und Delikatessengenuss der höchsten Klasse. Gerd Käfer hat die Ess- und Feierkultur der deutschen Wirtschaftswunderzeit verändert wie kein anderer. Unter seiner Regie wurden Tausende von Festen im In- und Ausland zu Gesamtkunstwerken. Der 1932 in München-Schwabing geborene „Gourmet-Papst“ Gerd Käfer bekochte und bewirtete im Laufe von über 50 Jahren Feinkost- und Party-Service Polit-Größen und Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Auch Papst Benedikt XVI, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Fußballkaiser Franz Beckenbauer schätzen den Service von „Europas Tafeldecker Nr. 1“, des „Gaumen-Verzauberers“ und „Millionen-Dieners“, wie ihn die Presse gerne bezeichnet.
„Dienen ist mein Leben“ – Käfer’s erste eigene Feinkost-Boutique
Andere Menschen zu bedienen hatte für Gerd Käfer noch nie einen negativen Beigeschmack. Ganz im Gegenteil: „Für mich ist es der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Dienen ist mein Leben.“ Seine Gedanken kreisen ständig um die Qualität des Service, der Dekorationen, um die Kreationen neuer Gerichte und ihre Abfolge bei den Festen. Schon als er im Jahr 1956 in der Georgenstraße in München die „Schwabinger Feinkost-Boutique“, seinen ersten eigenen Feinkostladen, eröffnet, lautet seine Devise: „Jeden Tag besser werden!“ Die Maßstäbe setzt Gerd Käfer dabei von Beginn an selbst.
Lehrjahre und jugendlicher Leichtsinn
Vor dem fulminanten Aufstieg in den Gourmet-Olymp gilt es aber erst einmal Lehrgeld zu bezahlen. In seinem jugendlichen Leichtsinn verschuldet sich der junge Tausendsassa und muss schließlich seinen Laden verkaufen. Bei der singenden Wirtin „Gisela“ in der Occamstraße arbeitet Gerd Käfer eineinhalb Jahre lang als „Generaldirektor, Empfangschef, Koch und Spüler in einem“ seine Schulden ab. Außerdem hat er seine damalige Frau Hilde und seinen Sohn Michael zu versorgen. „Das war die härteste Zeit meines Lebens, aber auch die beste Schule, die ich als ‚Tafeldecker der Nation’ habe kriegen können“, denn in der berühmten Künstlerkneipe trifft sich in den 50er- und 60er-Jahren alles, was Rang und Namen hat: Franz-Josef-Strauß, Erich Kästner und Kabarettisten wie Dieter Hildebrandt.
Vom Tante-Emma-Laden zum „Feinkost-Käfer-Imperium“
Nachdem Gerd Käfer seine Schulden abgearbeitet hat, kehrt er in den Laden seiner Eltern, Paul und Elsa Käfer, in der Prinzregentenstraße zurück. Diese waren mit ihrem Kolonialwarengeschäft, in dem sie seit 1930 vor allem Weine, Liköre und Flaschenbiere verkauften, 1933 von der Amalienstraße in Schwabing ins Nobelviertel Bogenhausen umgezogen. Gemeinsam mit seinem Bruder Helmut und mithilfe seines besonderen Gespürs für Produkte macht Gerd Käfer aus dem Delikatessengeschäft einen umsatzstarken und beliebten Gourmet-Treff, der schon bald in aller Munde ist. 1970 richten die beiden Brüder das First-Class-Restaurant „Käfer-Schänke“ im 1. Stock des Stammhauses in der Prinzregentenstraße ein. Später kommen noch die Räumlichkeiten in der Togerstraße hinzu.
Gerd Käfer begründet den Party-Service neu
Den Grundstein für den bis heute wichtigsten Geschäftszweig des Unternehmens „Käfer“ legte Gerd Käfer aber bereits im Jahr 1959 mit der Neubegründung des Party-Service. Seine feierlichen Inszenierungen, üppigen Dekorationen und kreativen Speisekonzepte treffen den Nerv der Zeit des Wirtschaftswunders. Der erste Großauftrag zur Bewirtung von 3000 Gästen kommt von der Bayerischen Staatskanzlei, für die er das Abschlussfest des Internationalen Juristenkongresses im Schloss Schleißheim ausrichtet. 1963 übernimmt Käfer in München die Theatergastronomie im Bayerischen Nationaltheater, Cuvilliés-Theater, Herkulessal der Residenz, Prinzregenten- und Gärtnerplatztheater.
... und verzaubert auf Veranstaltungen in ganz Europa seine Gäste
„Damals fing das an, dass jeden Tag in den Zeitungen stand, wer wann und wo auf einer ‚Käfer-Party’ gesehen wurde.“ Jeder, der etwas von sich hielt, wollte plötzlich ein Fest von „Käfer“. Da zweimal das gleiche Fest feiern für den ungekrönten Party-König aber nicht in Frage kommt, sucht er ständig nach neuen Ideen und Herausforderungen. Um seine Feiern einmalig zu gestalten, verwandelt er Lagerhallen in orientalische Märchenpaläste und Vergnügungsdampfer in Traumwelten. Gerd Käfer dehnt seinen Party-Service auf ganz Europa aus und verwöhnt in England, Monaco und Moskau den Hochadel und Staatsoberhäupter – von Königin Elisabeth II und Prinzgemahl Philip, Fürstin Gracia Patricia und Fürst Rainier bis Leonid Breschnew und Michail Gorbatschow. Und auch fast alle amerikanischen Präsidenten, die zwischen 1960 und 2010 ihr Amt antraten, ließen sich von Gerd Käfer bewirten: John F. Kennedy, Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagen, George Bush und George W. Bush.
Eine kleine Almhütte wird zum Promi-Treff auf dem Münchner Oktoberfest
Aber auch in seiner Geburtsstadt sucht der Genussmeister der Mächtigen, Reichen und Schönen neue Herausforderungen. Im Jahr 1971 startet Gerd Käfer mit einer kleinen Almhütte mit 100 Plätzen als Wies’n-Wirt. Heute gibt es in der Käfer-Schänke zu Füßen der Bavaria 1300 Innen- und über 2000 Gartenplätze. Damals wie heute ist die Käfer-Schänke einer der größten Promitreffs. „Franz Josef Strauß hat bei mir auf dem Münchner Oktoberfest sein letztes Brathendl gegessen und die letzte Maß Bier seines Lebens getrunken“, erinnert sich Gerd Käfer. Und auch die Fußball-Stars des FC Bayern München, Vorstände und Schauspieler lassen sich in den „Käfer-Boxen“ gerne frische Hendl, Champagner aus Steinkrügen oder Kaffee aus dem berühmten „Käfer-Haferl“ schmecken.
Gerd Käfer sucht sich bis heute ständig neue Herausforderungen
Mitte der 80er-Jahre übergibt Gerd Käfer das legendäre P1 an seinen ältesten Sohn Michael, das er kurz zuvor von Münchens Nachtclubkönig Aleko für 400.000 DM gekauft hatte. Im Jahr 1988 überträgt er auch das Unternehmen Feinkost-Käfer an seinen Filius. Danach setzt sich Gerd Käfer aber nicht zur Ruhe. Anfang der 90er-Jahre wird er Mitgesellschafter der Gastronomie im Kurhaus Wiesbaden – zu dem auch das Restaurant Opéra und das Café Rosso in der Alten Oper in Frankfurt, Käfer’s Bistro im Kurhaus in Wiesbaden, Käfer’s am Airport und die Memento Bar am Frankfurter Flughafen sowie die Gutsschänke auf Schloss Johannisberg im Rheingau gehören.
Im Juni 2008 und September 2009 kommen schließlich noch die Bel Étage, ein exklusiver Salon für Veranstaltungen im Kurhaus Wiesbaden, und das Senckenbergmuseum by Gerd Käfer in Frankfurt am Main hinzu, die er beide persönlich mitgestaltet und eingerichtet hat. Mit seinem eigenen Event-Turm für Veranstaltungen wie Firmenfeiern, Geburtstage und Hochzeiten, erfüllte er sich in Kitzbühel 2008 einen Lebenstraum. Aber auch in seine zahlreichen Produkte und Publikationen bringt Gerd Käfer sein Liebe für Details und originellen Ideen ein. Und sogar modisch setzt Gerd Käfer neue Trends: Im Oktober 2009 stellte er im P1 in München seine eigene Mode-Kollektion vor.